Journalists and intellectuals put an end to the political culture

Wahlkämpfe, Wahlveranstaltungen und Wahlkampfberichterstattung waren nie Orte gediegener intellektueller Ansprüche. Das Wirken der Medien hat im zurückliegenden Wahlkampf aber nun einen Tiefpunkt erreicht, der kaum zu unterbieten ist. Es begann mit einer nie dagewesenen Schlammschlacht gegen den SPD...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
Veröffentlicht in:Die Neue Gesellschaft, Frankfurter Hefte Frankfurter Hefte, 2013-11, Vol.60 (11), p.48-50
1. Verfasser: Walther, Rudolf
Format: Artikel
Sprache:ger
Schlagworte:
Online-Zugang:Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Wahlkämpfe, Wahlveranstaltungen und Wahlkampfberichterstattung waren nie Orte gediegener intellektueller Ansprüche. Das Wirken der Medien hat im zurückliegenden Wahlkampf aber nun einen Tiefpunkt erreicht, der kaum zu unterbieten ist. Es begann mit einer nie dagewesenen Schlammschlacht gegen den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. Natürlich gingen seine Nominierung und einige seiner ersten Wahlkampfauftritte ziemlich daneben. Dass die politische Konkurrenz auf solche Pannen nur lauert wie der Hund auf den Knochen, ist klar und nur normal. Aber dass sich große Teile der Presse. Talkshows und selbst Nachrichtensendungen wochenlang nur gegenseitig überboten beim Ausgießen von Spott, Häme und gewöhnlichem Dreck, ist schon einzigartig. Irgendeine Nichtigkeit aus Steinbrücks Leben oder aus seiner persönlichen und politischen Umgebung wurde erst zur »Nachricht« und am Tag darauf im Chor mit Anderen zum Skandal aufgeblasen. Ebenso erstaunlich wie bewundernswürdig ist, wie Steinbrück, der nun wirklich nicht auf den Mund gefallen ist, diese Dauerkampagne stoisch ertrug und an sich abprallen ließ. Nils Minkmar, der Feuilletonchef der FAZ stellte fest, »dieser Wahlkampf hat das Thema verfehlt«. Er vergaß hinzuzufügen: » Und wir haben, mit Volker Zastrow von der FAS an der Spitze, dazu beigetragen« in trauler Kooperation mit Dirk Kurbjuweit vom Spiegel.
ISSN:0177-6738